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Unsere Projektreise durch Afrika und Asien

Monatsarchiv für Januar 2008

Wenn AIDS die Kleinsten trifft

6. Januar 2008

Die AIDS Arbeit steht im Mittelpunkt von HOPE Cape Town

Kapstadt, Südafrika

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Im 7. Stock des „Tygerberg Hospital“, einem staatlichen Krankenhaus am Rande von Kapstadt, liegt die Ithemba Station, eine Station für AIDS und TB kranke Kinder, die durch das Projekt „HOPE Cape Town“ betreut werden. Ithemba bedeutet auf Xhosa, eine der weitverbreitetsten Stammessprachen Südafrikas, Hoffnung. Die Wände der Kinderstation sind mit bunten und freundlichen Motiven bemalt, Kinderzeichnungen schmücken die Räume, Spielsachen und Kuscheltiere sorgen dafür, dass sich die Kinder wohl fühlen. Auf der Ithemba Station liegen Freude und Leid, Leben und Tod hautnah beieinander.

 

Im Gang sind quietschende Kinderstimmen zu vernehmen. Ein kleines Mädchen rollt im Schlafanzug vergnügt auf einem Dreirad an Schwester Pauline vorbei. „Das Dreirad haben wir von Angela Merkel bekommen“, betont die Krankenschwester mit Stolz. Die Deutsche Bundeskanzlerin war im Oktober 2007 auf ihrer Südafrikareise in Kapstadt und hat das Projekt HOPE Cape Town besucht.

 

Schwester Pauline geht in jedes Krankenzimmer, an jedes Bettchen. 24 Kinder mit 24 traurigen Schicksalen. „Die Mütter bringen ihre Kinder leider oftmals viel zu spät zu uns“, erklärt Schwester Pauline und fügt hinzu: „Die meisten sind in einem kritischen Zustand und müssen zum Teil mehrere Monate auf der Station bleiben.“ Den Müttern, die Tag und Nacht am Bett ihres kranken Kindes verbringen, werden Matratzen, Kaffee, Tee und Sandwichs kostenlos zur Verfügung gestellt. Die Krankenschwestern der Ithemba Station nutzen die Zeit, in der die Kinder stationär versorgt werden, um die Mütter über die Krankheit ihrer Kinder, die notwendigen Medikamente sowie über die Pflege der Kinder aufzuklären. Meist sind die Mütter selbst HIV-positiv, und daher ist eine intensive Beratung und Aufklärung über die Krankheit unerlässlich.

  

hope-cape-town-2.jpg„Der schwerste Moment für uns alle ist immer dann, wenn ein Kind stirbt“, erläutert Schwester Pauline. „Es ist schrecklich mitzuerleben, wenn wir eine Mutter ohne ihr Kind nach Hause schicken müssen. Können Sie sich vorstellen, wie schmerzvoll dies für eine Mutter sein muss?“

  

HOPE Cape Town

Die Ithemba Station wurde im Jahr 2001 als erstes Projekt von HOPE Cape Town ins Leben gerufen. In den ersten zehn Monaten des Jahres 2007 wurden insgesamt 578 Kinder auf der Kinderstation betreut. Zusätzlich zur Ithemba Station betreibt HOPE Cape Town in 17 Township Kliniken in und um Kapstadt jeweils eine Abteilung für HIV/AIDS und Tuberkulose Patienten. „Neben der Verabreichung der überlebensnotwendigen Medikamente gegen Tuberkulose und AIDS, kommen auch Menschen zu uns in die Kliniken, die sich testen lassen möchten, deren Kinder erkrankt sind, die eine HIV/AIDS Beratung wünschen oder die von unserem Angebot freier Kondome für Männer und Frauen Gebrauch machen wollen“, erklärt Mariam Roelosfe, eine Community Health Workerin von HOPE Cape Town.

  

Mariam ist eine der 22 aktiven Community Health Worker, die die tragende Säule des Projekts bilden. Sie betreuen und beraten die Patienten in den Township Kliniken, machen Hausbesuche, verteilen Nahrungspakete an die Kranken und sind Ansprechpartner für die Kinder, Jugendlichen und Eltern der von HIV/AIDS betroffenen Familien. Sämtliche Community Health Worker werden mithilfe von HOPE Cape Town in einem sechsmonatigen Studium der Fernuniversität UNISA ausgebildet und mit gezielten Weiterbildungsprogrammen regelmäßig gefördert.

  

Die Arbeit in den Townships erfordert enorme Nervenstärke, Fingerspitzengefühl und Geduld. So arbeitet beispielsweise Community Health Worker Nathan Charles in einer Township Klinik in Valhalla Park, einer Siedlung von Farbigen am Rande von Kapstadt, die vollständig von der Drogenmafia und Straßenbanden kontrolliert wird.

  

„Pro Jahr werden rund 300.000 Menschen in den Townships durch die Einrichtungen und Programme von HOPE Cape Town erreicht“, erklärt Pfarrer Stefan Hippler, der Gründer und Leiter der Organisation. „Wir stampfen keine neuen Strukturen aus dem Boden, sondern nutzen die bereits vorhandenen und versuchen, diese zu optimieren und zu vernetzen“, erläutert Hippler einen der wichtigsten Grundsätze des Projekts. Mit diesem Modell können Verwaltungskosten auf ein Minimum beschränkt bleiben und Synergien systematisch genutzt werden.

  

Bereits im Jahr 2001 war HOPE Cape Town eine der ersten Institutionen in Südafrika, die noch vor dem Staat antiretrovirale Medikamente kostenfrei verteilte. Mit immer neuen Ideen versucht HOPE Cape Town der AIDS-Problematik von verschiedenen Seiten wirksam zu begegnen. So war HOPE Cape Town die erste Organisation, die bereits 2003 in einem Pilotprojekt versuchte, auch die traditionellen Heiler (Sangomas) aktiv in den Kampf gegen HIV/AIDS einzubinden. Denn rund 80% der schwarzen Südafrikaner suchen zunächst den traditionellen Heiler auf und gehen, erst wenn dieser nicht mehr helfen kann, zu Schulmedizinern.

  

friedhof.jpgMit HOPE Cape Town will Pfarrer Hippler die Menschen unterstützen, die ohne deren Hilfe nicht überleben würden. In Anbetracht der Tatsache, dass sich in Südafrika nach groben Schätzungen 2.000 Personen pro Tag mit HIV infizieren und ebenfalls pro Tag rund 1.000 Menschen an AIDS sterben, ist der mutige Seelsorger fest entschlossen, sich für die von HIV/AIDS Betroffenen einzusetzen und verfolgt dabei rigoros seinen Weg – auch wenn dieser in einigen Punkten an der Grundhaltung seiner Kirche vorbeiführt.

  

Pfarrer Stefan Hippler

stefan-hippler_b.jpgStefan Hippler. Sein Lebenslauf ist für einen Pfarrer sicherlich außergewöhnlich. Im Juli 1986 in Trier zum Priester geweiht, nimmt Hippler als aktiver Anhänger der Friedensbewegung kurze Zeit später an einer Sitzblockade des amerikanischen Atomwaffendepots in Hasselbach teil und wird verhaftet. 

In seiner Zeit als Jungpriester spürt er, dass er mehr Lebenserfahrung braucht, bevor er wirklich Seelsorger werden kann. Er nimmt eine fünfjährige Auszeit, arbeitet bei McDonald’s, auf einer Finca in Spanien, als Pflegehelfer auf einer Station für Krebspatienten im finalen Stadium, als Mitarbeiter Pax Christis in Flüchtlingslagern Kroatiens sowie im Sozialdienst am Frankfurter Flughafen für gestrandete Flüchtlinge und Asylbewerber. 

Seit 1997 leitet er als Auslandspfarrer die deutschsprachige Gemeinde in Kapstadt und gründete 2001 HOPE Cape Town. Seine Erfahrungen im Kampf gegen die AIDS Epidemie und die hiermit verbundenen Herausforderungen als katholischer Priester beschreibt er in seinem jüngst erschienenen Buch „Gott - AIDS - Afrika“, das er zusammen mit dem bekannten Afrika-Journalisten und Buchautor Bartholomäus Grill herausgegeben hat. 

Ziel seines Buches ist es nicht, die Katholische Kirche anzuklagen, sondern dazu beizutragen, dass sie eine humanere und seiner Überzeugung nach christlicherere Einstellung angesichts der AIDS Epidemie und des Massensterbens in Afrika entwickelt. Wortwörtlich schreibt er in seinem Buch: „Für jene Menschen, die sie strikt befolgen, kommt die katholische Sexualmoral einem Todesurteil gleich. Das gilt in Afrika vor allem für Ehefrauen, deren Männer untreu sind.“ 

An anderer Stelle heißt es: „Die Zeiten, in denen man Menschen verdammt, nur weil sie selbständig denken, sollten in unserer Kirche endgültig vorbei sein.“ Wusste der AIDS-Aktivist bereits damals, was auf ihn zukommen würde? Am 19. November 2007 erhielt Pfarrer Stefan Hippler von der Deutschen Bischofskonferenz ein unbefristetes Redeverbot. Sämtliche Lesereisen und TV Auftritte mussten daraufhin abgesagt werden. 

Und dennoch ist Pfarrer Hippler überzeugt: „Unsere Kirche hat 1,2 Milliarden Mitglieder. Sie ist die stärkste Religionsgemeinschaft der Welt. Sie kann als größte globale Institution wie keine andere gegen die HIV/AIDS-Pandemie kämpfen. Sie könnte es, wenn sie nur wollte.“

 

Buchtipp: Gott – AIDS – Afrika / Bartholomäus Grill & Stefan Hippler / Verlag Kiepenheuer & Witsch / ISBN 978-3-462-03925-2

 

Weitere Informationen über die Organisation via Let’s help oder direkt unter:

HOPE Cape Town

Adresse: P.O. Box 19145, Tygerberg 7505, Cape Town, South Africa

Kontakt: Fr. Stefan Hippler

Telefon: +27 21 423 21 88

e-Mail: admin@hopecapetown.com 

Website: www.hopecapetown.com 

    

„Ich wünschte, meine Eltern wären noch am leben“

6. Januar 2008

ISIBINDI hält Familien zusammen, stärkt sie und schenkt ihnen Mut

Cala, Südafrika

asanda-und-geschwister.jpg„Ich möchte so gerne wieder in die Schule gehen. Doch wer würde sich dann um meine kranke Schwester und die Kinder kümmern? Ich wünschte, meine Eltern wären noch am leben!“ Dies sind die Worte der 20-jährigen Asanda. 

  

Asanda hat ihr Teenagerleben verpasst. Sie lebt mit ihren fünf Geschwistern und ihrer zweijährigen Nichte in einem kleinen abgeschiedenen Haus, zehn Kilometer außerhalb von Cala, einer Kleinstadt in der südafrikanischen Provinz Eastern Cape. Asanda war gerade 14 Jahre alt, als ihre Eltern durch einen tragischen Unfall ums Leben kamen. Seit diesem Tag ist sie für den Haushalt und die Erziehung ihrer Geschwister zuständig. Asandas ältere Schwester Nomvuselelo ist 20 Jahre alt und hat eine kleine Tochter. Nomvuselelo ist stark gehbehindert, braucht Pflege und kann sich nur bedingt um die zweijährige Eyona kümmern. So liegt die Verantwortung für die gesamte Familie allein bei Asanda.

  

Die Lehmhütte, in der die siebenköpfige Familie lebt, ist viel zu klein. Es gibt nur ein Bett, und so müssen vier Kinder jede Nacht auf dem Boden schlafen. Es fehlt an Matratzen und Decken. Am liebsten würden sie einen weiteren Raum anbauen, doch dazu fehlt das Geld. Es reicht kaum zum Essen.

  

Betreuung durch ISIBINDI Child Care Worker

Einmal pro Woche besucht Linda Tofile die junge Familie. Sie kennt die enormen Schwierigkeiten der Geschwister und versucht, ihnen so gut wie möglich zu helfen. Nosibene arbeitet seit zwei Jahren als Child Care Workerin bei ISIBINDI. Ziel des Projekts ist es, sozial benachteiligten Familien und besonders deren Kindern zu helfen, sie zu stärken und ihnen Mut zu schenken. Genau dies drückt auch der Name des Projekts aus. ISIBINDI bedeutet in Zulu Mut.

    

Die Child Care Worker sind das Rückgrat für die zerrütteten, elternlosen und besonders bedürftigen Familien. Ohne ihre Unterstützung, ohne ihren Rat und Beistand wüssten viele zurückgelassene Kinder, verarmte Eltern und entkräftete Großeltern nicht, wie sie überhaupt noch zurecht kommen sollten und wären mit ihrem Leid und ihren Sorgen allein.

  

Ein besonderer Schwerpunkt von ISIBINDI liegt auf der Betreuung von Waisenkindern. So erhalten Asanda und ihre Geschwister einmal im Monat ein Versorgungspaket mit wichtigen Grundnahrungsmitteln. Für die Kinder, die noch die Schule besuchen, bezahlt ISIBINDI die erforderlichen Schuluniformen.

  

fotos-aus-memory-box.jpgAb und zu holt Asanda Erinnerungsfotos ihrer Eltern aus einer Kiste hervor und schaut sie gemeinsam mit ihren Geschwistern an. Die Kleinsten können sich kaum mehr an ihre Mutter und ihren Vater erinnern. Dann erzählen Asanda und Nomvuselelo Geschichten aus ihrer Kindheit, als die Familie noch vereint war. So ist auch die Trauerarbeit in den Familien ein wichtiger Bestandteil der Child Care Worker.

   

Doch die Familie von Asanda ist nicht die einzige, die an diesem Nachmittag besucht wird. Viele bedürftige Familien, die durch die Child Care Worker betreut werden, leben in Ndondo Square, einem besonders verarmten Stadtteil von Cala. Die Stadt zählt 30.000 Einwohner und liegt in der ehemaligen Transkei, einem Gebiet Südafrikas, das während der Apartheid ausschließlich für die schwarze Bevölkerung bestimmt war. Bis heute zählt das Gebiet zu einer der am wenigst entwickeltsten und ärmsten Regionen Südafrikas.

  

Trotz der wunderschönen Landschaft aus saftiggrünen Hügeln und Tälern ist Cala eine trostlose und ziemlich heruntergekommene Stadt. Zerfallene Gebäude, zahlreiche Autowracks, herumliegender Müll und marode Straßen tragen zu der lieblosen Atmosphäre bei. „Es gibt keine Industrie, die Arbeitslosigkeit liegt bei 70 Prozent und die Menschen haben einfach keine Perspektiven. Alkoholismus, Drogen und Kriminalität sind ein großes Problem“, erklärt Lulamile Yedwa, der Regionalleiter des ISIBINDI-Projekts. „Die Herausforderungen für uns sind gewaltig. Kinder wachsen in zerrütteten Familien auf, viele haben ihre Eltern aufgrund von AIDS verloren. Die Jugendlichen hängen in den Straßen herum und Gewalt ist an der Tagesordnung.“

   

Um Kindern einen Platz zum Spielen zu ermöglichen, hat ISIBINDI in Cala den „Safe Park“ entwickelt. Hierbei handelt es sich um einen abgesicherten Spielplatz für Kinder, der täglich geöffnet ist und durch die Child Care Worker betreut wird. Auch Ncedo und Sivuyile kommen täglich nach der Schule in den Safe Park. Sie wohnen nur wenige hundert Meter vom Spielplatz entfernt. Heute jedoch sind sie Zuhause geblieben, da sie wissen, dass Linda Tofile vorbei kommt. „Die Familie lebt in einer furchtbaren Situation. Die Kinder wachsen in äußerst schwierigen Umständen auf“, erklärt die Child Care Workerin. Der Vater der Familie starb im letzten Jahr an den Folgen von AIDS. Die Mutter wurde im März dieses Jahres von ihrem Freund ermordet – vor den Augen ihrer Kinder.

   

nora-mit-ihrer-familie.jpgNach dem Tod der Mutter übernahm die 16-jährige Nora zusammen mit ihrer älteren Schwester Ncumisa die Elternrolle, den gesamten Haushalt sowie die Pflege des 89-jährigen Großvaters, der blind und an den Rollstuhl gebunden ist. Erschwert wurde die ganze Situation, nachdem wenige Tage nach der Beisetzung der Mutter die schwer alkoholkranke Tante mit weiteren vier Kindern einzog. So leben derzeit zwölf Personen in dem 15 m² großen Haus. Die Lebensumstände der Familie sind unvorstellbar. Die zwölf Personen leben allein von der staatlichen Altersrente des Großvaters, die gerade einmal umgerechnet 90 Euro beträgt. Hiervon gehen jedoch jeden Monat 60 Euro für die Beerdigungskosten der Mutter ab, die über anderthalb Jahre abbezahlt werden müssen. Die staatlichen Kinderzulagen, welche die Tante für ihre vier Kinder bekommt, stehen der Großfamilie nicht zur Verfügung, da diese durch den Alkoholkonsum vollständig verbraucht werden.

   

Neben der Betreuung durch die Child Care Worker werden auch Nora und ihre Geschwister durch das ISIBINDI-Projekt mit Versorgungspaketen und Schuluniformen unterstützt. „Wir tun, was wir können, doch unsere Möglichkeiten sind in Anbetracht der Not recht begrenzt“, erklärt Linda Tofile. „Dennoch hoffen wir, dass wir durch unsere Beratung und den engen Kontakt mit den Kindern es schaffen, dass diese ihre Schulausbildung fortsetzen und nicht auf der Straße landen.“ 

  

Weitere Informationen über die Organisation via Let’s help oder direkt unter:

ISIBINDI Cala, c/o Holy Cross Convent

Adresse: P.O. Box 431, Elliot 5460, Eastern Cape, South Africa

Kontakt: Sr. Raphaela Sender

Telefon: +27 47 8770130

e-Mail: holy_cross@worldonline.co.za

Angenommen statt ausgesetzt – geliebt statt verachtet

6. Januar 2008

Eine Kinderorganisation zum Verlieben

Bronkhorstspruit, Südafrika

sister-moreen-und-kinder.jpgBeim letzten Projektbesuch in Afrika, am vorletzten Tag vor unserem Weiterflug nach Indien, haben wir eine Kinderorganisation kennen gelernt, die uns in ganz besonderer Weise beeindruckt und berührt hat.

    

Wunderschön gelegen inmitten von Hügeln und saftig grünen Wiesen, etwa 50 km östlich von Pretoria, liegt das „Alphonso Maria Fusco Children Home“. Es ist ein Ort der Freude, der Geborgenheit und des ungestörten Kindseindürfens, der idealer nicht sein könnte. Es gibt keine hohen Mauern, keine Elektrozäune, kein Wachpersonal am Eingangstor. Vier katholische Schwestern (Sisters of St. John the Baptist) aus Sambia kümmern sich liebevoll um die 30 Kinder, die zurzeit im Kinderhaus leben. Es sind Waisen, ausgesetzte, missbrauchte und HIV-positive Kinder, die bereits in ihrem jungen Leben furchtbar gelitten haben.

  

Angefangen hat die Organisation im Jahr 1995 als drei Geschwister durch die Polizei bei den Schwestern abgegeben wurden. Die Mädchen waren damals drei, fünf und sieben Jahre alt. Sie waren mit ihrer Mutter in der Stadt zum Einkaufen. In der Warteschlange zur Kasse eines Supermarktes sagte die Mutter zu ihnen, dass sie noch Milch vergessen hätte und diese gerade holen würde. Daraufhin verschwand sie und kam nie mehr wieder. Bestand anfangs noch Hoffnung, dass es sich um ein Versehen handelte, war klar, nachdem über Tage niemand die Kinder vermisst meldete, dass diese vorsätzlich und geplant von der Mutter ausgesetzt wurden. Bis heute weiß niemand, woher die Kinder stammen.

  

Alle Kinder des Alphonso Maria Fusco Children Home besuchen die Schule oder den Kindergarten. Das Ziel der Schwestern ist, den Kindern eine qualitativ hochwertige Ausbildung zukommen zu lassen. Daher sollen die Kinder auch nach der Schule bis zum Abschluss einer Berufsausbildung oder eines Studiums unterstützt werden. „Wir machen keine halben Sachen“, erklärt Sister Moreen, die zusammen mit den Kindern lebt und sie großzieht. „Um wirklich etwas aus ihrem Leben machen zu können, brauchen die Kinder mehr als nur einen Schulabschluss. Nur mit einer fundierten Ausbildung haben sie die Möglichkeit, später einen guten und anerkannten Beruf auszuüben.“

  

Auf die Frage, was die derzeitigen Herausforderungen der Organisation sind, erklärt Sister Moreen: „Was soll ich auf diese Frage antworten? Es sind so viele. Schon ein einziges Kind verantwortungsvoll großzuziehen ist eine Herausforderung. Viele Kinder haben ihr Vertrauen verloren und es braucht Zeit und intensive Fürsorge bis sie langsam wieder beginnen, jemandem zu vertrauen.“

  

alphonso-maria-fusco-children-home.jpgEine weitere große Herausforderung ist die finanzielle Situation des Kinderhauses. Zwei der vier Schwestern arbeiten als Lehrerinnen, ansonsten ist die Organisation komplett auf die Kinderzulagen angewiesen, die sie vom Staat erhält. Verpflegung, Schuluniformen, Kleider, Transportkosten, Medizin, Stromrechnungen müssen von dem wenigen Geld, was da ist, bezahlt werden.

Die Schwestern suchen dringend eine Institution oder Organisation, die in der Lage ist, einen Teil der laufenden Kosten abzudecken. Aufgrund der Zuverlässigkeit, Herzlichkeit und menschlichen Wärme der Schwestern würden wir das Kinderhaus mit Let’s help gerne unterstützen.

  

Weitere Informationen über die Organisation via Let’s help oder direkt unter:

Alphonso Maria Fusco Children Home

Adresse: P.O. Box 709, Bronkhorstspruit 1020, South Africa

Kontakt: Sister Moreen Nakamba

Telefon: +27 76 8375354

e-Mail: beachanda@yahoo.co.uk 

     

Liebenhaus – ein Kinderhaus für Jungen

6. Januar 2008

Port Elizabeth, Südafrika

tom.jpgInmitten einer verarmten Siedlung von Farbigen am Rande von Port Elizabeth liegt das Liebenhaus – ein Zuhause für 18 Jungen und Jugendliche, die einst auf der Straße lebten, ausgestoßen wurden oder von der Polizei aufgegriffen und im Kinderhaus abgegeben wurden.

  

„Männer spielen eine sehr wichtige Rolle in unserer Gesellschaft. Die Jungen von heute sind die Männer von morgen. Daher müssen wir, wenn wir Diebstahl, Vergewaltigung und Mord in den Griff bekommen wollen, bei den Jungen ansetzen“, beschreibt die Sozialarbeiterin und Direktorin Ellen Fishat das Konzept des Liebenhaus. Das Haus ist zweckmäßig eingerichtet, hell, sauber und gut strukturiert. Drei Betreuer sind rund um die Uhr im Schichtdienst für die Kinder zuständig.

  

Eine große Unterstützung sind auch die älteren Jugendlichen im Liebenhaus, wie beispielsweise der 16-jährige Tom (Name geändert). Er hat einen großen Teil seines Lebens im Liebenhaus verbracht. Wo seine Eltern sind, weiß der Teenager nicht. Als kleiner Junge wurde er von einem Ort zum anderen geschoben und auch sexuell missbraucht. Mit zehn Jahren kam er ins Liebenhaus. Nun steht er kurz vor dem Schulabschluss und will später einmal Anwalt werden. „Es gibt viele Menschen, die für ihre Rechte kämpfen müssen und denen will ich helfen“. Tom ist der Älteste im Liebenhaus und kümmert sich um die Kleineren, achtet darauf, dass jeder der Jungen seine Aufgabe im Haus erfüllt und greift ein, wenn es zu Auseinandersetzungen kommt. „Das Liebenhaus ist mein Zuhause“, erklärt Tom. „Die anderen Jungen sind wie meine Geschwister. Für Tom hat das Liebenhaus seine Zukunft bestimmt und dazu beigetragen, dass er heute auf dem richtigen Weg ist.

   

Weitere Informationen über die Organisation via Let’s help oder direkt unter:

Liebenhaus Child and Youth Care Center

Adresse: P.O. Box 34760, Newton Park, Port Elizabeth 6055, South Africa

Kontakt: Ellen Fishat (Manager)

Telefon: +27 41 4575265

e-Mail: liebenhaus@telkomsa.net 

Web: www.vreindenvangelvandale.org

  

Hand in Hand Swaziland

6. Januar 2008

Mhlosheni, Swasiland

 

Das Königreich Swasiland, eines der kleinsten Länder des afrikanischen Kontinents, hat die höchste AIDS Rate der Welt. 33.4 Prozent der Bevölkerung tragen das Virus in sich. Bei jungen schwangeren Frauen beträgt die Infektionsrate sogar 56 Prozent! Die Lebenserwartung ist bei Männern auf 32,1 Prozent und bei Frauen auf 33,17 Prozent gesunken. Das Durchschnittsalter der Bevölkerung beträgt 18,6 Jahre. Allein die Zahl der AIDS Waisenkinder ist von 12.000 im Jahr 1999 binnen sieben Jahren auf 70.000 gestiegen.

 

hand-in-hand-15.jpgDie Herausforderungen für Swasiland, wo jeder Dritte das HI-Virus in sich trägt, sind enorm. Dies hat den deutschen Verein Hand in Hand e.V. dazu bewogen, ein Sozialprojekt für AIDS-Waisen auf die Beine zu stellen. Es wurden „Neighbourhood Care Points“ (NCP) geschaffen, die vormittags als Vorschule und mittags als Verpflegungsstation genutzt werden. An sechs Tagen der Woche kochen Mütter und Großmütter in den NCPs für die hungrigen Kinder. Sie arbeiten ehrenamtlich und sind dankbar, dass die Kinder für die sie zuständig sind, zumindest eine vollständige Mahlzeit am Tag erhalten. Insgesamt 900 Waisenkinder werden zurzeit in den 14 NCPs der Organisation betreut und verköstigt.

 

In den NCPs arbeitet Hand in Hand eng mit anderen Hilfsorganisationen zusammen. UNICEF hat die großen gusseisernen Kochtöpfe zur Verfügung gestellt, USAIDS und das World Food Program liefern die Lebensmittel. So sinnvoll die Vernetzung mit anderen Organisationen auch ist, so schwierig wird es, wenn einer der Partner ausfällt. So mussten beispielsweise von Januar bis September 2007 acht NCPs geschlossen bleiben, weil das World Food Program nicht ausreichend Lebensmittel zur Verfügung stellen konnte.

 

„Wünschenswert wäre, wenn unsere Organisation bald in der Lage wäre, die Ernährungsprogramme selbständig und unabhängig durchführen zu können“, erläutert Tihlobotakhe Zulu, der Direktor von Hand in Hand Swaziland.

 

hand-in-hand-36.jpgEin weiterer Schwerpunkt der Organisation ist der Bau von kleinen soliden Häusern für besonders bedürftige Familien, die von HIV/AIDS betroffen sind. Seit Gründung der Organisation im Jahr 2005 konnten bereits 21 Wohnhäuser errichtet werden. So hat auch Sibongile Malinga, deren Mann vor fünf Jahren an AIDS gestorben ist und sie mit sechs Kindern zurückgelassen hat, ein neues Haus erhalten. „Über viele Jahre mussten wir in einer bruchfälligen Wellblechhütte ausharren, wo der Wind durchfegte und es reinregnete. Heute haben wir endlich ein sicheres Dach über dem Kopf“, bringt die Witwe ihre Dankbarkeit zum Ausdruck.

 

Weitere Informationen über die Organisation via Let’s help oder direkt unter:

In Swasiland:

Hand in Hand Swaziland

Adresse: P.O. Box 105, Mhlosheni

Kontakt: Tihlobotakhe Zulu (Managing Director)

Telefon: +268 6255707

e-Mail: swaziland@handinhand-ev.org

Web: www.sz.handinhand-ev.org

     

In Deutschland:

Hand in Hand e.V.

Adresse: Holsteinstraße 19e, 65187 Wiesbaden

Kontakt: Ersin Müller (Gründerin + Vorstandsvorsitzende)

Telefon: +49 611 17437993

e-Mail: info@handinhand-ev.org 

Web: www.handinhand-ev.org